Wie wird man Baublogger? – Das erste mal Hausherr werden…

Vor einigen Tagen hat mich ein geschätzter Kollege gefragt, wie man zum Baublogger wird. Er selbst plant auch in nächster Zeit ein Bauprojekt zu stemmen und hatte gesehen, dass ich hier im Blog etwas schreibe. Jetzt könnte ich ihm die Frage im Gespräch beantworten – oder einfach hier einen Beitrag schreiben.

Die erste Frage, die man sich stellen sollte:
Warum einen Baublog schreiben?
Eigentlich muss diese Frage jeder für sich selbst beantworten. Bei uns hatte dieser Blog bereits existiert und ich selbst blogge in etlichen Blogs – also warum nicht auch Baubloggen. Mit dem Blog zeigt man Freunden und Bekannten den Fortschritt. Bauen eignet sich sehr gut zum Bloggen, da es in aller Regel um einen längeren Zeitraum geht und es in Etappen voran geht. Dadurch hat man über eine sehr lange Zeit etwas zu schreiben. Gerade durch die Möglichkeit des Kommentierens bekommt man sehr häufig kleine Tipps oder auch etwas Zuspruch, was selbst gut tut.

Im Gegensatz zu einem “normalen” Blog bietet der Baublog allerdings auch die Möglichkeit des Protokolls. Man sieht wann was war – und da man seine eigene Sprache kennt – auch  Veränderungen von Stimmung usw… was einem hilft bestimmte Entwicklungen für sich selbst nachzuvollziehen.

Letztendlich kommt man natürlich auch in Kontakt mit anderen Bloggern, die ebenfalls bauen. Bei uns hat dies zum Beispiel zu einem Bloggerbesuch auf dem Rohbau geführt. Man merkt, dass man nicht “alleine” gerade auf die irrwitzige Idee gekommen ist zu bauen.

Bloggen und die Technik
Natürlich bedarf es auch etwas Technik. Dieser Blog hier wird zum Beispiel auf meinem eigenen Server mit Wordpress geführt. Andere Möglichkeiten sind gehostete Lösungen wie zum Beispiel Blogger.de oder Wordpress.com. Eine sehr neue Möglichkeit sind Bridging-Technologien wie Posterous.com oder Tumblr.com . Posterous selbt würde ich persönlich im Moment empfehlen, wenn man noch keine Blog-Erfahrungen hat. Der Vorteil hierbei ist, dass man sich um nichts kümmern muss – per Mail oder Webinterface schreiben kann und um Media-Objekten (Bilder, Videos) sich keine wirklichen Gedanken machen muss, da diese direkt eingebunden werden. (Mein nicht Bau-Posterous gibt es übrigens hier).

Die Baublogger Community
Einen Blog zu schreiben hat ja irgendwas mit Web2.0 und Social Media zu tun. Im Rahmen dieser Einleitung will ich gar nicht weiter darauf eingehen, was das ist. Was ich aber jedem empfehlen kann ist sich bei diesen Communities zu beteiligen. Der erste Schritt ist den eigenen Blog dort eingetragen zu bekommen. Für Deutschland die wichtigste Community ist Baublogs.info. Ebenfalls ein Blog – diesmal allerdings ein Metablog. Es werden die Beiträge in den verschiedenen aktiven Baublogs gelesen und regelmäßig Beiträge zusammengefasst. Durch Lesen dieser Site erhält man auch einen guten Überblick über die Baublogger-Szene.  Ansonsten existieren noch einige Blogsammlungen wie die Bautagebuchliste.

Blogger Regel Nr. 1: Es gibt keine “falschen” Blogs
Es existiert kein Norm was man schreiben kann – es existiert kein muss was man zu schreiben hat. Bei uns hier werden Eindrücke und Dinge beschrieben, die uns auffallen. Die Konditorgasse 6 schreibt dagegen sehr viel über die Gewerke und bebildert diese. Blogs zeichnen sich durch das “Spielen” mit dem Objekt aus. Man schreibt was einem in den Sinn kommt. Der Blog ist der erste Ort, an dem man Hausherr ist – also nur Mut!

Blogger Regel Nr. 2: Nicht nur senden sondern auch empfangen
Wer schreibt sollte auch lesen.  Aus anderen Bereichen des Bloggens (besonders im Unternehmensumfeld) sehe ich immer wieder, dass der Wunsch des Schreibens nicht unbedingt mit dem Wunsch des Lesens zeitgleich ist. Kleiner Tipp hierfür ist einen “guten” Feedreader zu verwenden und die RSS Feeds zu abonnieren die die Blogs alle anbieten. Ich selbst verwende den Google Reader in Kombination mit einer Firefox/Chrome Erweiterung mit dem Namen:  Feedly. Am Anfang des “Baubloggens” bin ich die Sammlung von Bautagebücher durchgegangen und habe eine Liste von Blogs mir erstellt, die entweder kurz vor unserem Fortschritt sind oder in der Nähe bauen. Wird mit einer der großen Bauträger gebaut, so würde ich auch einige der Blogs lesen die mit dem gleichen Bauträger zusammen arbeiten.

Blogger Regel Nr 3: Kommentare ist der Lohn des Bloggers
Ein einfaches “Glückwunsch” – oder “Wir drücken euch die Daumen” ist  ausreichend als Kommentar. Kommentieren bei Blogs ist auch eine Art der Bestätigung, dass man etwas gelesen hat. Ein Bekannter von mir schreibt zum Beispiel von Zeit zu Zeit einfach einen Satz als Kommentar – jedes mal zaubert es ein Lächeln bei uns hervor. Da ich annehme, dass die anderen Baublogger ähnlich denken, kann ich nur empfehlen Fragen an den Blogger oder auch einfach nur ein Lob gerne auf deren Seite zu hinterlassen. Keine Angst: Noch hat kein Blogger gebissen :)

Zur Kommentarfunktion des Blogs sei noch gesagt, dass man zum Beispiel bei Posterous die Möglichkeit hat per E-Mail auf Kommentare zu antworten. D.h. wenn jemand einen Kommentar schreibt kann man einfach auf die E-Mail Benachrichtigung antworten. Bei einem selbst gehosteten Blog wie hier geht dies durch einen externen Kommentardienst wie zum Beispiel Disqus.

Besonderheiten der Baublogger-Szene
Seit rund einem halben Jahr verfolge ich nun die Szene der Baublogger. Was mir im Vergleich zur restlichen Blogosphere auffällt ist die geringe Vernetzung. Bei “normalen” Blogs wird lustig verlinkt und Berichte im einen Blog in einem anderen kommentiert (mit Rücklink natürlich!). Diese Art der Vernetzung untereinander findet recht selten statt. Des weiteren scheint es deutlich mehr Blogger zu geben, die vorher noch keinen Blog geschrieben haben – eigentlich etwas sehr positives, da es zur Verbreitung von Blogs als Kommunikationsinstrument führt. Dennoch habe ich bei manchen Bauträgern das Gefühl, dass sie den Bloggern Geld dafür geben, dass sie schreiben (oder einen Rabatt). Daher meine Empfehlung an dieser Stelle: Sagt eurem Bauträger, dass ihr schreiben werdet – und wo… Mit der Angst, dass etwas geschrieben wird, was das Image eines Unternehmens schaden könnte, lässt sich auch etwas spielen.

Fragen kostet nichts…
Zum Abschluss noch der Hinweis, dass man immer Fragen kann. Per Kommentar in einem Blog – per Mail… also nicht zurückschrecken!

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  • baublogs
    Es soll ja nur ein Satz sein... zu viel der Ehre ;-) Und *Community* würde ich das nicht nennen, *Metablog* passt wohl besser. *Community* ist für mich das, was Victoria und Dirk für FingerHaus-Bauherren aufgebaut haben.
  • ;) Community ist für mich eben alles, was Menschen miteinander verbindet -
    so wie Du in Deinen Posts :) zudem wollte ich nicht weiter verwirren :)

    Schönes Wochenende !

    P.s. das ist so eine Kommentierung vom Handy, wie oben beschrieben, die man
    mittels Disqus oder Posterous machen kanns...

    08.05.2010 21:58 schrieb am "Disqus" <>:

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