Wenn der Pilot Estrich bekommt…

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Der Estrich steht

… dann muss es einfach mal ein paar Gedanken zum Thema Trocknung sein. Es ist doch wirklich eine Philosophie, die diese doch recht ruhigen Tage so manch einen Häuslebauer beschäftigen. Recht schnell waren die Jungs heute mit den 2 Stockwerken fertig und haben so für die nächsten 3 Tage erst einmal Zwangspause bei uns verordnet, bis das Lüften uns später Heizen dann los geht.

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Statusanzeige der Heizung

Pünktlich zur Zwangspause ist auch die Wärmepumpe heute fertig geworden und läuft im Leerlauf vor sich hin (Entlüftung Stand-By … irgend sowas, weitere Details folgen, für mich als C++ Entwickler, und damit Terrorverdächtigen, eine andere “Programmierwelt”). Im Moment müssen wir die Anlage zum Glück nur soweit verstehen, dass es bis kurz vor dem Einzug alles klappt, dann soll noch ein Monteur vom Vaillant-Kundendienst vorbeikommen und uns in die wirklichen Tiefen einweisen.

Bis dahin die absoluten Grundlagen: Aussentemperatur 20 Grad – und Soletemperatur aus den Kollektoren 17 Grad. Macht 350 Liter Pufferspeicher in gefühlten 5 Minuten von 44 Grad auf 48 Grad warm. Wau!

Zurück zum Estrich, bzw. dessen Trocknung. In groben Zügen kann man sagen, dass Estrich erst einmal ruhen sollte, dann angeheizt, gehalten, abgekühlt. Von der Wärmeversorgung bedeutet dies, dass die Heizung eigentlich erst am 10. Tag anfangen wird richtig zu arbeiten, innerhalb von einer Woche das Haus aufzuheizen und dann wieder langsam auf normale Temperatur abzusenken. Das ganze dauert dann 30 Tage von heute.

Vom Trocknungsverlauf sollte es möglichst gleichmäßig, langsam erfolgen, da sich ansonsten Risse bilden können. Gerade in den ersten Tagen, in denen sich die Chemischen Verbindungen noch ausbilden darf auf keinen Fall nachgetrocknet werden. Danach allerdings schon – die Feuchtigkeit sollte dann aus dem Haus. Nur wie?

Vorsicht, es folgt ein Exkurs eines Piloten … [Kommentar von Sandra]

Nimmt man einen nassen Waschlappen, so ist die Geschwindigkeit in der dieser trocknet nur bedingt davon abhängig, wie warm es ist. Klar, wird es warm, so trocknet dieser schneller – aber nur dann, wenn sich die relative Luftfeuchte nicht auch erhöht. In den Tropen trocknen Waschlappen genauso schlecht wie bei uns im verregneten, kalten November. Der Estrich ist dabei wie ein Waschlappen zu sehen, ist es bei uns tropisch (August mit vielen Gewittern), so hat man auch bei uns schnell eine relative Luftfeuchtigkeit von 100%, d.h. die Luft kann bei dieser Temperatur keine weitere Feuchtigkeit aufnehmen. Dies muss sie allerdings, um den Waschlappen oder Estrich zu trocknen.

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Wolken, da trocknet die Erde

An Wolken kann man dieses Wärme und Sättigungsverhältnis recht gut erkennen. Luft nimmt Feuchtigkeit am Boden auf – steigt nach oben und kühlt sich ab. Irgendwann ist ein Punkt erreicht, bei der die Luft zu kühl ist um die Feuchtigkeit zu tragen und kondensiert aus. Es entstehen Wolken. Die Formel, wie sich Temperatur und Feuchtigkeit zueinander verhält kennt wohl kaum ein Pilot auswendig, in der Luftfahrt bedient man sich einem Hilfskonstrukt dem “Taupunkt“. Und die kleine Formel: (Temperatur am Boden-Taupunkt)*400 = Wolkenuntergrenze (in Fuss). Piloten hören dafür die sogenannte ATIS ab und achten auf “Dewpoint” – oder sie holen sich die METAR für einen Flugplatz.  Aktuell in Mannheim: Temperatur 19 Grad – Taupunkt 17 Grad = Wolken auf 800 Fuss – Sprich sehr nieder.

Ist die Wolke hoch am Himmel, so gibt es kaum Gefahr von Schimmel. Ist die Zeit erreicht, zu der man nur noch schnell die Feuchtigkeit aus dem Estrich bekommen will (weil zum Beispiel die Fliesen verlegt werden sollen), so kann ein Blick an den Himmel nützlich sein, um den richtigen Zeitpunkt zum Lüften zu finden. Zunächst sollte man nur kurz Stoßlüften, da ansonsten die Gefahr besteht, dass die eindringende Luft (kalt) am Boden auskondensiert, da dieser sich ebenfalls abkühlt. Dennoch soll die Feuchtigkeit ja raus – also Blick an den Himmel, ob die Wolken hoch sind :)

Wie sich die Temperaturen und Feuchtigkeiten miteinander verändern kann man sehr gut bei Wettermail am Online-Rechner ausprobieren. Einfach eine Temperatur eintragen und die Feuchtigkeit in % von der Wetterstation (oder den Taupunkt aus dem METAR/ATIS). Als Ergebnis erhält man die Menge Wasser, die in der Luft gebunden werden kann. Einfach einmal testen und die Werte der Heizphase (40 Grad+) eintragen und sehen wie die Menge ansteigt. Lüften bei 100% Sättigung im Freien wird nur solange etwas bringen, wie die Raumtemperatur sich nicht an die Außentemperatur angleicht.

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